Fokus 2012
Machwerk – Spieleaktion
Das Kinder-Öko-Mitmachdorf
Das bewährte Konzept bietet Kindern und ihren Eltern viele betreute und unbetreute Stationen, um Familien Spiel- und Bastelangebote in Eigenregie anzubieten. Alle Stationen hatten einen unmittelbaren inhaltlichen Bezug zu Thema ökologische Landwirtschaft. Auf spielerische Weise lernen die Kinder Zusammenhänge zwischen der Praxis des ökologischen Landbaus und der eigenen Ernährung kennen.
Schaukäserei Hof Dannwisch
Erleben Sie hautnah die Herstellung von Käse!
Hier konnten die Besucher den Herstellungsprozess von der Milch bis zum Käselaib erfahren und dem Hofkäser bei der handwerklichen Arbeit über die Schulter schauen.
Urstrom Bio-Bier
In Vorbereitung auf das 100jährige Bestehen des Bio-Hofes „Süderfeld“ reifte die Idee, ein eigenes Bier zu brauen.
Das natürliche „Urstrom Bier“ wird nach Pilsener Brauart und dem deutschen Reinheitsgebot handwerklich gebraut. Für dieses Bio-Bier wird noch echter Naturhopfen aus dem Öko-Landbau verwendet. Die hohe Stammwürze und die natürlichen Zutaten garantieren echten Biergenuss.
Das „Urstrom Bier“ wird auch in diesem Jahr beim Gottorfer Landmarkt an den Getränkeständen präsentiert.
Herr Prof. Dr. Gernot Minke
Einen außerordentlich attraktiven Beitrag zum ökologischen Bauen und Wohnen gibt es am Veranstaltungstag um 14.00 Uhr, nämlich einen Vortrag von dem bekannten Urheber des Neo-Lehmbaus in Europa, Herrn Prof. Dr. Gernot Minke, mit dem Thema:
„Nachhaltiges Bauen mit natürlichen Baumaterialien”
- Bauen mit Lehm
- Bauen mit Strohballen, eine ökologische und ökonomische Wärmedämmung
- Dachbegrünung, eine nachhaltige ökonomische Lösung
De Fischer ut Grambek -Ökologische Fischzucht-
Für die besonderen Leistungen im Bereich der ökologischen Fischzucht und der ökologischen Teichwirtschaft wurde der Betrieb mit dem Förderpreis ökologischer Landbau 2012 ausgezeichnet.
Fischzucht mit der Haltung von Enten zu kombinieren ist im Grunde keine neue Idee. Aufgrund des vermeintlich hohen Arbeitsaufwandes hat sie in Deutschland aber kaum noch Bedeutung. Der Bioland-Betrieb “De Fischer ut Grambek” in Schleswig-Holstein hat dieses System trotzdem aufgegriffen – und das mit großen Erfolg. Denn bei sehr guten Zunahmen konnte Betriebsleiter Michael Bothstede einen Großteil des benötigten Futters einsparen.
Das Ehepaar Bothstede bewirtschaftete den 1989 übernommenen Betrieb von Anfang an extensiv. In den insgesamt 44 naturnahen gestalteten Teichen wachsen vor allem Karpfen, aber auch Schleien, Hechte und Welse. Alle Tiere stammen aus eigener Aufzucht. Die umweltschonende Art der Bewirtschaftung lässt sich direkt an der großen Artenvielfalt rund um die Teiche ablesen. Hier findet man die höchste Zahl bestandsgefährdeter Amphibienarten in Schleswig-Holstein und zahlreiche seltene Insekten und Vögel. Als Schutz vor Kormoranen hat der Betrieb einen Großteil der Teiche mit Netzen überspannt.
Im Jahr 2010 führte Michael Bothstede erstmals die Polykultur mit Enten auf einigen Teichen ein. Er entschied sich dabei bewusst für bedrohte Nutztierrassen wie die Orpington- und Pommernente. Der Einsatz der Enten war mit vielen Vorteilen verbunden. So sank der Pflegeaufwand für die Teiche, weil die Enten die Wasserpflanzen klein halten. Der entscheidende Vorteil ist jedoch der gehaltvolle Kot der Tiere. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind eine willkommene Nahrung für viele Kleintiere im Wasser, die dann von den Fischen gefressen werden.
Durch die Anregung des natürlichen Nahrungsangebotes im Teich konnte Michael Bothstede je nach Wassertemperatur ca. 50 Prozent des für die Fischaufzucht benötigten Futters einsparen. Das zusätzlich benötigte Futter setzt sich aus Bruchkörnern verschiedener Getreidereste zusammen und stammt von einem benachbarten Demeter-Hof. Neben einer sinnvollen Verwertung ergab sich durch die Nutzung der Reste ein weiterer Vorteil: Das Proteinangebot im Futter stieg. Denn das Bruchgetreide enthält zahlreiche proteinreiche Insekten, die bei der Ernte mit gedroschen werden und im Bruchkorngemisch verbleiben.
Die Fangergebnisse erfüllten alle Erwartungen des Betriebsleiters. Im vergangenen Jahr startete das Ehepaar Bothstede daraufhin gemeinsam mit der Universität Kiel ein Forschungsprojekt zum „Einsatz von Bio-Ausputzgetreide in der Ernährung von Bio-Karpfen“. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Bio-Bruchkorngetreide eine hervorragende Möglichkeit bietet, die ökologische Karpfenerzeugung deutlich zu optimieren. Zukünftig möchte De Fischer ut Grambek daher verstärkt Insekten als tierische Eiweißquelle nutzen.
Wohlfühloase
Die Nachfrage nach natürlichen Produkten wächst – da ist es kein Wunder, dass sich auch immer mehr Menschen für Naturkosmetik interessieren. Diesem Trend folgt auch der Gottorfer Landmarkt in Schleswig: Nach erfolgreicher Einführung im vergangenen Jahr gab es auch 2011 wieder ein Naturkosmetik-Zelt auf dem größten Verbraucherevent für ökologische Waren in Deutschland. Die Wohlfühloase war ein Ort des Genießens und Erlebens. Die BesucherInnen konnten sich in ansprechender, moderner und entspannter Atmosphäre über das gesamte Spektrum echter Naturkosmetik informieren sowie verschiedenste Produkte und Anwendungen hautnah testen, erleben und genießen – von Naturkosmetik, über dekorative Kosmetik bis hin zu ätherischen Ölen zum Schnuppern, Probieren, Fühlen und Testen.
Saat:gut e.V.
In der Saat liegt die Zukunft
Viele Menschen schätzen Obst und Gemüse alter Sorten. Das Saatgut unserer Großeltern und Urgroßeltern stammte von Sorten, die Landwirte und Gärtner selbst vermehren konnten. Die besten Pflanzen wurden ausgewählt und durften sich unter der Obhut des Gärtners bis zur Samenreife weiterentwickeln. Die Saatgutgewinnung, Aufbereitung und Lagerung lag zum größten Teil beim Landwirt und Gärtner selbst. So hing vom Geschick des Gärtners nicht nur der Anbauerfolg des jeweiligen Jahres ab, sondern auch die Grundlage für das nächste Jahr: das Saatgut. Dadurch gab es eine Vielzahl von Gemüsearten, Sorten und Linien. Die Kulturpflanzenvielfalt war enorm hoch.
Das ist heute anders: das Saatgut des modernen Gärtners kommt aus der Tüte. Beim Hobbygärtner ebenso, wie beim Erwerbsgärtner. Wenige Hybridsorten der großen Saatgutfirmen beherrschen den Erwerbsgartenbau. Unsere Ernährungssicherheit liegt in den Händen weniger Kapitalgesellschaften. Die Firmen sind weltweit aktiv und bereits so groß geworden, dass aus einer Zusammenarbeit mit Gärtnern und Landwirten inzwischen Abhängigkeit geworden ist. Da nur noch das Geld der Maßstab des Handelns ist (das muss in einer Kapitalgesellschaft auch so sein), werden Züchtungsschritte immer mehr ins Labor verlegt, um Zeit und Kosten zu sparen. Das führt dazu, dass in der modernen Pflanzenzüchtung eine ganze Reihe biotechnischer Methoden Einzug gehalten haben, die wir im Ökolandbau hinterfragen und teilweise ablehnen. Das Bemühen der Firmen, den Eigentumsvorbehalt möglichst vollständig durchzusetzen führt zu sterilen Pflanzen und zu Patentierungen. Wir meinen, dass deutsches Recht hier einen guten Interessensausgleich zwischen dem Züchter und dem Gärtner b.z.w. Landwirt gewährleistet: eine Sorte wird geprüft und angemeldet. Dann kann für diese Sorte ein Sortenschutz erwirkt werden, der dem Züchter die Rechte an der Vermehrung und dem In-Verkehr bringen garantiert. So erhält der Züchter die Möglichkeit, seine Investition in die Züchtung finanziert zu bekommen. Das reicht den großen Züchtungsfirmen aber nicht. Sie möchten auch dem konkurrierenden Züchter den Zugriff auf ihre Erfolge verwehren.
Das aber untersagen die deutschen Gesetze: es gibt das Recht der Züchter, mit angemeldeten Sorten weiter zu züchten und es gibt das Recht des Landwirts, aus dem eigenen Anbau Saatgut für die Aussaat im Folgejahr zu nehmen(bei Getreide und Kartoffeln spielt dieses Landwirte-Privileg eine große Rolle).
Wir von Christiansens Biolandhof sind wir der Meinung, dass es eine eigene ökologische Pflanzenzüchtung für den Biolandbau geben muss. Hier müssen faire Regeln gelten: die gezüchteten Sorten sollten so sein, dass der Gärtner und Landwirt selbst sein Saatgut für das nächste Jahr nehmen kann, ohne sich vor kostspieligen Rechts Streitereien mit Züchtern fürchten zu müssen. Saatgut ist Kulturgut. Seit Jahrtausenden züchten Menschen an Kulturpflanzen. Hieraus ist ein gemeinsames Kulturgut der Menschheit entstanden. Jeder zeitgenössische Züchter nutzt diesen Schatz und baut auf den Leistungen der vorangegangenen Generationen auf. Das muss erhalten bleiben. Ebenso muss der freie Zugang zum Saatgut erhalten bleiben: keine Patente auf Leben, keine Gentechnik, keine sterilen Pflanzen auf dem Acker!
Wir selbst sind von diesen Entwicklungen direkt betroffen, da wir Blumenkohl und Brokkoli für den ökologischen Großhandel anbauen. Wir wollen uns aus dieser Abhängigkeit befreien und züchten daher bereits im vierten Jahr an diesen Kohlarten, um auch in Zukunft gute, samenfeste Sorten für unsere Produktion auf Christiansens Biolandhof zur Verfügung zu haben.

